Das kleine Mädchen. Und ihre sonderbare Tasche.

Der Wind peitscht ihr mit einer eisigen Kälte ins Gesicht. Kleine Schneeflocken hinterlassen winzige Kristalle auf ihren Wangen, ihrer Nase und Stirn, während sie kilometerweit durch die Schneedecke stapft. Eine nahezu unberührte Landschaft. Weiß, wohin das Auge reicht. Nur ihre Stiefel hinterlassen Spuren im Schnee. Die Schultern weit hochgezogen, ihr Haar leicht durchnässt. Sie trägt niemals eine Mütze. An einer zugeschneiten Haltestelle steht sie. Auf den Zug wartend, der niemals kommt. Aus ihren Augen fließt Hoffnung, tropft geräuschlos in den glitzernden Pulverschnee, nur um dann zu gefrieren. Vor sich hält sie eine kleine sonderbare Tasche. Als sie mit ihren durchfrorenen Fingern den Verschluss öffnet, strömt Frühling in ihre Welt. Die Augen geschlossen, den Mund zu einem Lächeln geformt. Irgendwo im Nirgendwo an dieser kleinen Haltestelle in eisiger Kälte hört sie das Meer rauschen.

Das kleine Mädchen. Und ihre sonderbare Tasche.

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ein hauch.

ein Hauch Sehnsucht
ein winzig kleiner Hauch
einer Krone gleich
in der heute
Träume von morgen aufschäumen
winzig kleine Partikel Glück
ein Hauch Hoffnung
vom Meer angespült
warme Gedanken
im glasklaren Wasser
irgendwo strandend
zwischen Ebbe und Flut
ein kleiner Traum
ein Spiegelbild
auf der Oberfläche
der Melancholie
auf dem Grund ein Hauch
von einem Glitzern

Ich mag…

…den Duft von frisch gemähtem Rasen

und die ersten Sonnenstrahlen des Jahres.

Mag den Regen und das Geräusch von Regentropfen, die leise an die Fensterscheiben klopfen.

Ich mag den Duft, den frisch bezogene Betten ausströmen und ich mag es, mich mit Anlauf in die Kissen zu werfen.

Ich mag die Weite des Meeres und auch die Tiefe. Mag es, stundenlang am Meer zu sitzen und dem Meeresrauschen zu lauschen.

Ich mag den Sand am Strand und die Dünen. Mag das Gefühl von Sandkörnern, die unter den Füßen kitzeln.

Ich mag den Himmel und die Farben am Horizont. Mag das Naturschauspiel, wenn der Abend kommt. Mag Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, am liebsten mit Wind in den Haaren.

Mag die Sterne am Nachthimmel und die Sterne, die auch tagsüber leuchten. Mag die Vorstellung, dass jeder Stern ein Traum ist, der nur darauf wartet, bis du ihn zu leben bereit bist.

Ich mag so viele Dinge.

Ich mag Blumen im Haar und Nelken in der Vase. Ich mag Trauerweiden und Kokospalmen.

Ich mag Gegensätzlichkeit und Gleichheit und das dazwischen.

Ich mag Beständigkeit und Schnelllebigkeit und ständigen Wandel. Ich mag Wertschätzung und Respekt und ein Lächeln auf den Lippen.

Ich mag Rotwein und die Vorstellung, dass in dem Wein die Wahrheit liegt. Ich mag die Gänsehaut, die ich bei manchen Liedern krieg‘.

Ich mag Musik und alles, was mit Musik zu tun hat. Mag Instrumente und Klänge und Gesänge und ganz besonders, dass Musik verbindet.

Ich mag Pizza und Himbeeren und Kaffee und Glück, das in Keksen eingebacken ist.

Ich mag Paris und wie „au revoir“ klingt.

Ich mag Bücher und Wörter und Wortspielereien und Sprachen und Satzzeichen und Nach-den-Sternen-greifen.

Mag Nähe und Abstand und Leichtsinn und Gleichklang.

Ich mag Lagerfeuer und Abenteuer.

Ich mag Herzlichkeit und Ehrlichkeit.

Mag Salsa und das Gefühl in meinem Herzen während ich tanze, mag was meine Füße mit mir machen und wenn kubanische Klänge Träume entfachen.

Mag Hand-in-Hand und Herz-an-Herz und manchmal, da mag ich auch den Herzschmerz.

Ich mag kreative Köpfe und Intelligenz.

Ich mag endlose Abende unter Freunden und tiefsinnige Gespräche. Ich mag Lachen-bis-zum-Bauchschmerz und ich mag Verrücktheit.

Ich mag Andersartigkeit und gegen-den-Strom-schwimmen genauso wie kühle Brisen und Sommerwinde.

Ich mag den Duft von Sonnenmilch auf der Haut und das Gefühl von Freiheit, wenn ich lauf‘

Mag Schokolade und Kerzenlicht und Luftballons und Seifenblasen.

Ich mag Tagträumereien und in Gedanken versinken. Mag auf den Tischen und aus der Reihe tanzen und Abheben.

Ich mag Lachfältchen und Augen, die vom Meer erzählen. Ich mag, die warme Schulter zeigen und mit geschlossenen Augen im Regen stehen.

Ich mag Spuren im Sand und in der Erde.

Mag Schneeflocken und den ersten Glühwein des Jahres. Mag Zusammenkommen im Kreis der Lieben.

Ich mag Altbau und Stuck an den Decken. Ich mag majestätische alte Holztüren, von denen seit Jahren die Farbe abblättert. Ich mag das Geräusch von knarzenden Holzdielen und Geschichten, die darunter liegen.

Ich mag am See auf dem alten Steg sitzen und die Füße ins Wasser halten.

Mag die Atmosphäre in Opernsäälen und Bühnen, auf denen Wunder stehen.

Ich mag Kaugummi, das nach Erdbeeren schmeckt und Küsse im Nacken, die Herzklopfen entfachen.

Mag das Gefühl, Seiten in alten Büchern umzublättern.

Mag Lieder, die mich zu Tränen rühren und Menschen, die durch Worte berühren.

Ich mag Fingerspitzengefühl und Phantasie. Ironie und Philosophie.

Ich mag so viele Dinge.

 

Sein.

Komm, lass‘ uns ans Meer fahr’n.
Lass uns ausbrechen, an verlassenen Bahnsteigen stehen und abfahrenden Zügen zusehen.
Lass‘ uns in Melancholie versinken und am hellichten Tag Sterne am Himmel finden.
Und sie vom Himmel holen.
Lege sie dir zu Füßen.
Lass‘ uns alles aus der Bahn werfen und uns dazu legen,
Lass‘ uns grauen Tagen trotzen und den Himmel bunt malen, während wir Hand in Hand durch Pfützen hüpfen.
Lass‘ uns all die Sorgen und Ängste ablegen und hoch hinaus über unsere Schatten springen.
Lass‘ uns im Regen tanzen und auf dem Wasser laufen,
auf die höchsten Bäume klettern und die Aussicht genießen, während unsere Gedanken wie erste Knospen im Frühling auf Blumenwiesen sprießen.
Lass‘ uns keine Pläne schmieden
und auch keine Erwartungen erfüllen und stattdessen einfach den Moment leben.
Lass‘ uns demaskieren,
Mauern einreißen,
lass uns Fassaden durchbrechen und dahinter verzauberte Orte, an denen Traumtänzerinnen zu dem Takt unserer Herzen ihren Tanz tanzen, finden.
Lass‘ uns jede einzelne Note der Musik fühlen und sie sanft mit unseren Fingerspitzen berühren.
Lass‘ uns ins Wasser fallen und auf Wellen treiben.
Lass uns auf Herzrasen stranden und dort bis zum Sonnenuntergang bleiben.
Lass‘ uns den Horizont berühren und den Sommerwind auf unserer Haut spüren.
Lass‘ uns das Leben atmen,
die Welt mit dem Herzen sehen,
lass‘ uns Luftschlösser in Wolken bauen, in denen unsere Träume leben, die wir dann leben.
Lass‘ uns sein.
So wie wir sind und so bleiben.
Und ans Meer fahr’n.
Komm, lass‘ uns ans Meer fahr ’n.