von Dingen.

Ich stehe mitten im Geschäft,  einen Zettel in der Hand haltend und frage mich, was ich hier überhaupt mache. Unzählige Begriffe umfasst die Liste. Dinge, die gebraucht werden. Dinge, die ich brauche. Die Liste abarbeitend lege ich Teil für Teil in den Einkaufswagen, der sich stetig füllt. Doch ich sehe nur Leere. Dinge, die ich (nicht) brauche. Stattdessen denke ich über die Dinge nach, die ich will. Sind diejenigen, die ich brauche auch die, die ich will? Ich will Frühling, ich wünsche mir etwas, das so süß ist, dass ich berauscht davon bin. Ich stehe vor unzähligen Blumen, die zum Verkauf angeboten werden und nehme nach und nach den Duft der einzelnen Sträuße wahr. Es fällt mir schwer, mich zu entscheiden. Am liebsten würde ich alle kaufen. Es sind sicherlich um die 40. Die Vorstellung, aus meiner Wohnung ein Blumenmeer zu kreieren, gefällt mir. Blumen stehen nicht auf meiner Liste. Dinge, die ich nicht aufschreiben brauche, weil ich sie nicht vergessen würde. Letztendlich entscheide ich mich für Tulpen. Ohnehin hätte ich mich für Tulpen entschieden, ganz egal wie wunderschön alle anderen Blumen gewesen wären. Ich lege den Strauß behutsam in den Wagen. Und bin zufrieden. Kurze Zeit später bemerke ich, wie mich ein recht attraktiver Herr beobachtet. Ich laufe weiter. Den Strauß Tulpen vor mich herschiebend.

In dem Gang, in dem die alkoholischen Getränke angeboten werden, bleibe ich stehen. Die Auswahl ist erschlagend. Ich wähle das, was ich kenne. Was ich mag. Und überlege einen Moment lang, was das wohl über mich aussagt. Entschlossen lege ich den 4-Pack des guten alten Beck’s in neuer überarbeiteter Auflage in den Wagen. Der Mann beobachtet mich immer noch. Ich bin etwas irritiert. Und schaue in seinen Einkaufswagen. Er hat offensichtlich Kinder. Und ernährt sich ziemlich gesund. Sicher ein Vegetarier. Ich hasse diese Analysen! Jeder Mensch hat so Dinge, von denen er meint, ohne sie nicht leben zu können. Auch ich. Zumindest sage ich von mir selbst, ohne sie nicht leben zu wollen. Die Sparte #NichtOhneMeineLebensmittel wird mit Abstand angeführt von einem sehr köstlichen Gebäck. Und so gesellen sich auch Cantuccini dazu. Wer schonmal richtig gute Cantuccini gegessen hat, weiß, wovon ich spreche. Am liebsten würde ich die Packung sofort aufreißen! Ich halte mich zurück und freue mich über den Anblick. Frühling in Italien mit einem kühlen Bier.

Nachdem ich die restlichen Einkäufe im Wagen platziert habe, stelle ich mich in die Warteschlange und treffe auf den Mann, der mich nach wie vor beobachtet. Es erscheint mir etwas befremdlich und ich frage ihn höflich, ob ich irgendetwas im Gesicht hätte, weil ich der Ansicht wäre, dass er mich bereits seit mehreren Gängen beobachte. Seine Antwort auf diese Frage lässt mich an eine Postkarte erinnern, die gerahmt auf meinem Schreibtisch steht. Die besten Dinge sind jene, die es für Geld nicht zu kaufen gibt.

Mit einem Lächeln lege ich die Dinge, die ich will und die Dinge, die ich (nicht) brauche auf das Kassenband.