nachts ist alles möglich.

Ich schreibe mir die Nächte um die Ohren. Die Worte, die meinem Herzen entspringen, sind fühlbar. Spürbar. Millimeter für Millimeter kann ich jeden einzelnen Buchstaben, jedes Satzzeichen, auf dem Weg über meine Schultern bis hin zu meinen Armen und Handgelenken bis über meine Fingerspitzen, die sich dann auf die Tatstatur legen, fühlen.

Die Wände sind weiß. Meine Hände bluten, weil ich nicht weiß, wohin mit all den Zeilen. Ganze Wohnhäuser könnte ich bemalen. Vielleicht wären es auch bloß Punkte, die funkeln würden wie Sterne, bei dem Versuch, mich zur Sprache zu bringen. Ich öffne ein neues Dokument. In Sekundenschnelle habe ich mehrere Seiten gefülllt. Wirrwarr. Niemand, der versteht, was geschrieben steht. Eine Sprache, die noch nicht erfunden ist. Worte, für die es keine gibt. Meine Hieroglyphen werden musikalisch unterstützt. In den Noten liegt die Antwort. Man muss nur hinhören.

Ich höre immer wieder den gleichen Song. Und schlage mir die Nächte um die Ohren. Es sind die Töne, diese aberfeinen Klänge, die ausdrücken, was für scheinbar alle nicht entzifferbar geschrieben steht. Ich schließe die Augen. Alles ist klar. Sobald ich die Instrumente höre, kehrt innerliche Ruhe ein. Ich höre die Musik noch lange, nachdem sie ausgeschaltet ist. Manchmal spiele ich nachts auf der Gitarre die Sterne nach.

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3 Gedanken zu “nachts ist alles möglich.

  1. Hallo Herzgeschreibsel,

    ich dachte ich schaue auch mal bei dir vorbei. Der Text ist wirklich sehr schön, erinnert mich an mich vor ein paar Jahren, als ich noch ganze Sommerferien verpasste, weil ich mich in Welten hinter der Tastatur schrieb. Bei mir hat das Wirrwarr, das raus musste nachgelassen. Manchmal bin ich traurig um das Verlangen eine ganze Welt zu erschaffen, aber meistens bin ich froh, dass ich in unserer Welt einen Platz gefunden habe und das Wirrwar jetzt klarer ist und die Worte sich richtiger anfühlen. Auch wenn ich glaube, dass sie immer noch kaum einer versteht. 😉

    Ich werde noch ein bisschen weiter schmöckern 😉

    Liebe Grüße

    Franzi von Großstadtpoesie

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