frühling.

So steh ich hier
vor dir
mit leeren Händen
und vollem Herzen
im Dreivierteltakt
während die Nacht
mich verschlingt
prasselt der Regen
leise an meinem randvoll
gefüllten Herzen ab
in meinen Händen
die Sterne
in meinen Augen die Ferne
in der Nähe wächst
mitten im Dunkeln
Frühling

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freitagabendblues.

Warten. Während die Tage schneller an mir vorbeiziehen, als ich das Wort „Zeit“ überhaupt aussprechen kann, warte ich innerlich. Ich warte ständig auf etwas. Auf den Feierabend, der niemals kommt, weil ich nicht abschalten kann. Auf den Tag, an dem ich mich endlich selbst finde, auf den Zug, der niemals einfährt, auf den 6er im Lotto, obwohl ich nie einen Schein ausfülle, auf Anrufe, die ich nicht entgegennehme, weil ich entweder keine Zeit oder habe. Meine Gedanken teilen sich jede Millisekunde mit weiteren Gedanken und enden in winzig kleinen Partikeln, die morgen schon nicht mehr aufzufinden sind. Es sind zu viele. Runde Gedanken, die überall anecken. Zu viele „to do’s“. Dabei brauche ich manchmal dont’s. Vielleicht habe ich es verlernt, einfach mal nichts zu tun. Vielleicht konnte ich es aber auch noch nie. Ich sehne mich nach Ruhe. Nach Stille. Heimweh nach mir selbst. Ich warte im Dunkeln auf die Sonne. Vielleicht bin ich zu jung, um mir dieser Reise, die sich Leben nennt, bewusst zu sein. Während die Jahre wie Sand durch meine Finger rinnen, versuche ich krampfhaft, ein paar Körner einzufangen. Doppelseitiges Klebeband, an dem oftmals nichts weiter haften bleibt als die Zeichen der Zeit. Doch irgendwo dazwischen kleben Erinnerungen. Kleine Momente, die jeden Sturm überleben. Augenblicke, auf die es sich zu warten lohnt. Tiefe über die Weite hinweg. Das ist alles, was ich will.