von plätzen und sätzen.

Ich mag Schreiben. Schreiben ist immer möglich. Zu jeder Tageszeit. Nachts. Und auch, während die Sonne aufgeht. Im Zug, auf Parkbänken, im Bett, in Wartezimmern, in Supermarktschlangen und auch am Meer. Ich schreibe in Notizbücher, auf lose Blattsammlungen, auf Tastaturen und manchmal auch mit Kugelschreibern auf Handinnenflächen. Worte fallen manches Mal wie Regentropfen vom Himmel. An anderen Tagen fluten sie ganze Strände. Zeilen werden Meer. Irgendwo zwischen Buchstaben, Satzzeichen und Absätzen sammeln sich Gedanken von heute und morgen. Wohin die Zeilen führen spielt dabei manchmal (k)eine Rolle. Hauptsache, sie sind da.

Dieser Text aber entsteht für meine Verhältnisse konservativ an einem klassischen Schreibtisch. Meinem neuen Arbeitsplatz. Eine große weiße Fläche vor einer weißen Wand, die nur darauf wartet, einen neuen Anstrich zu erhalten. Anstatt Büroutensilien und anderem Zeugs stehen hier außer dem Notebook derzeit lediglich Vanilleduftkerzen von Ikea (für den nötigen Kreativitätsanreger), eine Grünpflanze (für die Umwelt), ein Bier (hier erübrigen sich weitere Fragen) und ein Joghurtbecher (für das Überleben). Letzteres sollte ich bald entsorgen.

Während ich das Internet nach Wanddekorationen für Arbeitszimmer und rosafarbenen Schreibtischleuchten durchforste, bleibe ich an einem Bild hängen. Die Auswahl von Bildern ist eine durchaus schwierige Angelegenheit. Stillleben, Landschaft, Gebäude, Abstraktes, Pop-Art oder doch Katzenbabys? Bilder haben auf mich immer eine gewisse Stimmung. Es ist nicht sinnvoll, sich ein anspruchsvolles Bild über den Schreibtisch zu hängen. Ich würde nicht zum Arbeiten kommen, weil ich ständig über die Intention und die Aussage des Künstlers nachdenken würde. Oder über die Katzenbabys lachen müsste. So entscheide ich mich für etwas Simples aber dennoch Tiefsinniges. Auch wenn ich Bilder mit schlauen Sätzen eher plump finde. Es sei denn, es sind meine eigenen. Und dieser hier: „Heute nichts erlebt. Auch schön!“ Ich lache immer noch.

 

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2 Gedanken zu “von plätzen und sätzen.

  1. Den Einstieg des Textes mag ich sehr – sehr schöne Bilder findest Du da über das Schreiben. Wegen mir hätte der Text nach dem ersten Absatz auch aufhören können.

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