Schnapsocado! (23 Minuten)

Es ist Montag. Es ist 16:30 Uhr. Es ist Einkaufszeit.

Einkaufen nervt mich. Wirklich sehr. Ich esse allerdings sehr gerne. Das ist ein Problem. Zu meinem Kühlschrank pflege ich eine außerordentliche gute Beziehung. Wir verstehen uns einfach. Von Anfang an war da so eine Sympathie zwischen uns. Ich mag meinen Kühlschrank. Generell mag ich Kühlschränke. Gelegentlich fahre ich in die Elektrofachmärkte meines Vertrauens, um mir dort Kühlschränke anzusehen. Das Gefühl, einen Kühlschrank zu berühren, langsam und voller Hingabe die Tür zu öffnen… Großartig!! Ihr kennt das. Nicht, dass ihr jetzt denkt, ich sei fett. Weil ich so gerne esse meine ich. Ich stehe einfach auf Food. Man sagt doch Food heute, oder? Superfood. Green food, clean food, da steigt auch keiner mehr durch. Ich meine Nahrung. Essbares. Was zu beißen. Gut. Jedenfalls ist Montags Einkaufstag. Und Mittwochs. Und Freitags. Fast jeden Tag. Ich kaufe nicht gerne ein. Habe es mir daher angewöhnt, jeden zweiten Tag einzukaufen, damit die Einkaufszeit 23 Minuten nicht überschreitet. Das ist meine Logik. Fragt nicht. Erst kürzlich habe ich festgestellt, dass ich mich exakt 23 Minuten lang in einem Supermarkt aufhalten kann. Danach muss ich raus. Sofort. Diese Vorgehensweise gestaltet sich allerdings etwas schwierig. Ich arbeite daran. Nun gut. Ich steh jedenfalls vor’m Lidl. Eigentlich finde ich das Logo vom Lidl hässlich. Wer hat sich diese Farbkombination ausgesucht? Dieses gelb ist hässlich…

…denke ich und bekomme langsam Nackenschmerzen vom langen Hinaufstarren in Richtung Schild. Ich senke meinen Kopf, es knackt kurz. Alles wie immer. Ich brauche einen Einkaufswagen schwirrt es mir im Kopf herum und suche meine Hosentaschen, Jackentaschen, meinen Jutebeutel und meine Handtasche nach einem Einkaufschip oder nach passenden Münzen ab. Nach 4 Minuten werde ich wütend. Aber so richtig. Ich schmeiße alle Taschen auf den Boden. Mache mir eine geheime Notiz „Einkaufs-Chips sind scheisse!“ und gehe – meinen Jutebeutel lässig über die Schulter geworfen – in den besagten Discounter meines Vertrauens.

Diese Discounter sehen von innen ja alle gleich aus. So manches Mal bin ich geneigt, nicht mehr in die Warenregale zu schauen, sondern einfach nur noch blind zu greifen. Spart Zeit. 23 Minuten. Die Uhr tickt. Leider gibt es ja immer wieder Menschen, die sich einfach nicht an Regeln und Ordnung und Systeme halten wollen. Da steht doch zwischen den ganzen gefälschten Prinzenrollen ein Glas Gurken. Hallo?!!! Geht’s noch?? GURKEN stehen nie im Eingangsbereich! Ich muss das melden. Schreibe für mich selbst eine geheime Notiz. So nicht! Mit mir nicht! Die Lidl-Mitarbeiterin, die gerade die gefälschten Haribotütchen nachfüllt, schaut mich pikiert an. Die sehen auch alle gleich aus. Die Mitarbeiter in Discountern. Gut. Zurück zum Plan. Dabei kommt mir noch ein Gedanke. Warum soll die gefälschte Prinzenrolle gefälscht sein? Vielleicht ist ja auch die Prinzenrolle gefälscht und die Fälschung echt? Ich bin durcheinander. Darauf erstmal ein gefälschtes Snickers.

Ein Blick auf meine Uhr verrät mir, dass noch 6 Minuten verbleiben. Einkaufen ist anstrengend. Ich hasse einkaufen! Immer dieser Stress!

Überlege, welche Lebensmittel ich von meiner DIN A4-Liste am ehesten benötige und kann mich zwischen einer Avocado und einem Blätterteig einfach nicht entscheiden. In Gedanken spiele ich alle möglichen Szenarien, in denen eine Avocado zum Einsatz kommen könnte, durch. Entscheide mich für die Avocado.

Noch 3 Minuten.

Schnell eile ich mit meinem Einkauf in Richtung Kasse. Eine von drei Kassen ist besetzt. Vor mir stehen 4 Personen, darunter 3 1/2 wirklich dicke Menschen, und 2 Hunde in der Schlange. Auf dem Band liegen sehr viele Kleinteile. Und Obst. Viel Obst, das noch an der Kasse gewogen werden muss. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich das Abwiegen von Plattpfirsichen oftmals als schwierig gestaltet. Aber das ist ein anderes Thema. Und im Lidl gibt es gerade keine Plattpfirsiche. Darüber sollte man sich hier mal ne Platte machen. Ist mir zu platt. Ich muss laut lauchen.

Um mir die Wartezeit angenehmer zu gestalten, analysiere ich den Einkauf der anderen Kunden. Gerne katalogisiere ich die einzelnen Produkte. So manchem Kunden habe ich schon die ein oder andere Statistik über dessen regelmäßigen Wocheneinkauf kostenlos mit in den Einkaufswagen gelegt. Die Mehrheit der Kunden, genau genommen 89,135 %, hat daraufhin komisch geguckt. Wollen immer alles umsonst haben aber wenn’s dann mal was für lau gibt – und zwar mal was richtig praktisches – dann will das doch keiner haben. Dann sind die misstrauisch. Als wenn man denen was schlechtes will. Dieses Lumpenpack. Immer wieder das gleiche. Die Kunden vom Lidl sehen ja auch alle gleich aus.

Zurück zu den Tatsachen. Die Kassiererin ist langsam. Sehr langsam. Das macht mich traurig. So lang, bis es mich wütend macht. Sehr wütend.

Noch 2 Minuten.

Ich werde nervös. Sehr. Der Versuch, mich galant nach vorne zu drängeln, scheitert. 3 Mal. Unfreundliches Pack. Mir läuft derweil bereits der Schweiß von der Stirn. Ich bin gestresst. Lege die Avocado auf das Band. Einsam und allein liegt sie dort. Das macht mich traurig. Kann man Patenschaften für Avocados abschließen? Kann man Obst adoptieren? Schnell greife ich in das Regal im Kassenbereich und lege einen Schnaps dazu, damit sich die Frucht nicht einsam fühlt. Ich muss lächeln. Dieser Anblick stimmt mich fröhlich. Ich bin ein romantischer Mensch. Eine Avocado und ein Schnaps. Könnte der Titel einer wunderbaren Story sein. „SCHNAPSOCADO!“ rufe ich völlig unkontrolliert und übermäßig freudig lauthals in die Menge. Eigentlich wollte ich das gar nicht. Aber ich bin nunmal eher der extrovertierte Typ. Keiner dreht sich nach mir um. Die sind das wohl gewohnt. Die Kunden im Lidl.

Kurz bevor Schnapsocado und ich die Kassiererin erreichen piept es. 00:00!!! Die Zeit ist um. Ich lasse alles liegen. Springe in großem Bogen in Zeitlupe über die letzte Kundin vor mir. Lande. Und verlasse matrixartig den Lidl. Wehmütig beobachte ich durch die Fensterscheibe, wie mein avisierter Einkauf lieblos in den Fußraum der Kassiererin geworfen wird und verlasse langsam mit leerem Jutebeutel den Parkplatz. Hungrig. Eine Träne kullert über meine Wange. Und das alles nur wegen des Einkaufs.

Ich hasse einkaufen.

Advertisements

fahr. los. halt. an.

Steig aus.
Steig ein.
Tritt auf’s Gaspedal.
Fahr los.
Ohne Ziel.
Ohne Plan.
Navi aus.
Herz an.
Halt‘ an.
Wo du willst.
Verweile doch mal wieder.
Einen Moment.
Oder auch zwei.
Genieße die Aussicht.
Fernab der Straße.
Umgeben von Stille.
Ist Leben.
Orte, zu denen keine Landkarte führt.
Kein Stadtplan.
Kein System.
Mach das Herz weit.
Nur einen Flügelschlag entfernt.
Bleib.
Einen Augenblick.
Oder Meer.
Schlag dein Zelt auf.
Schließ die Augen.
Spür den Wind.
Und das Leben.
Steig ein.
In den Moment.
Halt doch einfach mal wieder an.

über den dächern der stadt

hoch oben
über den Dächern der Stadt
stehe ich
im Regen
schütte mein Herz aus

die Nacht trägt
den Duft von Vergangenem
Melodien alter Zeiten
rauschen vorbei
schließe die Augen
atme die Welt ein.

Erinnerungen fallen geräuschlos auf gepflasterte Wege
im Hintergrund ertönt leise das Klavier
der Asphalt funkelt
der Himmel blauschwarz.

Hoch oben
über den Dächern der Stadt
scheint der Moment ewig
der Mond zum greifen nah
ein Ort mit Aussicht auf das,
was vor uns liegt.

Zurück auf dem Boden
setze ich einen Fuß vor den anderen
gehe meinen Weg
auf der Suche nach dem nächsten Dach
dort, wo die Gedanken
im Lichtermeer der Stadt ertrinken.

Ich mag…

…den Duft von frisch gemähtem Rasen

und die ersten Sonnenstrahlen des Jahres.

Mag den Regen und das Geräusch von Regentropfen, die leise an die Fensterscheiben klopfen.

Ich mag den Duft, den frisch bezogene Betten ausströmen und ich mag es, mich mit Anlauf in die Kissen zu werfen.

Ich mag die Weite des Meeres und auch die Tiefe. Mag es, stundenlang am Meer zu sitzen und dem Meeresrauschen zu lauschen.

Ich mag den Sand am Strand und die Dünen. Mag das Gefühl von Sandkörnern, die unter den Füßen kitzeln.

Ich mag den Himmel und die Farben am Horizont. Mag das Naturschauspiel, wenn der Abend kommt. Mag Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, am liebsten mit Wind in den Haaren.

Mag die Sterne am Nachthimmel und die Sterne, die auch tagsüber leuchten. Mag die Vorstellung, dass jeder Stern ein Traum ist, der nur darauf wartet, bis du ihn zu leben bereit bist.

Ich mag so viele Dinge.

Ich mag Blumen im Haar und Nelken in der Vase. Ich mag Trauerweiden und Kokospalmen.

Ich mag Gegensätzlichkeit und Gleichheit und das dazwischen.

Ich mag Beständigkeit und Schnelllebigkeit und ständigen Wandel. Ich mag Wertschätzung und Respekt und ein Lächeln auf den Lippen.

Ich mag Rotwein und die Vorstellung, dass in dem Wein die Wahrheit liegt. Ich mag die Gänsehaut, die ich bei manchen Liedern krieg‘.

Ich mag Musik und alles, was mit Musik zu tun hat. Mag Instrumente und Klänge und Gesänge und ganz besonders, dass Musik verbindet.

Ich mag Pizza und Himbeeren und Kaffee und Glück, das in Keksen eingebacken ist.

Ich mag Paris und wie „au revoir“ klingt.

Ich mag Bücher und Wörter und Wortspielereien und Sprachen und Satzzeichen und Nach-den-Sternen-greifen.

Mag Nähe und Abstand und Leichtsinn und Gleichklang.

Ich mag Lagerfeuer und Abenteuer.

Ich mag Herzlichkeit und Ehrlichkeit.

Mag Salsa und das Gefühl in meinem Herzen während ich tanze, mag was meine Füße mit mir machen und wenn kubanische Klänge Träume entfachen.

Mag Hand-in-Hand und Herz-an-Herz und manchmal, da mag ich auch den Herzschmerz.

Ich mag kreative Köpfe und Intelligenz.

Ich mag endlose Abende unter Freunden und tiefsinnige Gespräche. Ich mag Lachen-bis-zum-Bauchschmerz und ich mag Verrücktheit.

Ich mag Andersartigkeit und gegen-den-Strom-schwimmen genauso wie kühle Brisen und Sommerwinde.

Ich mag den Duft von Sonnenmilch auf der Haut und das Gefühl von Freiheit, wenn ich lauf‘

Mag Schokolade und Kerzenlicht und Luftballons und Seifenblasen.

Ich mag Tagträumereien und in Gedanken versinken. Mag auf den Tischen und aus der Reihe tanzen und Abheben.

Ich mag Lachfältchen und Augen, die vom Meer erzählen. Ich mag, die warme Schulter zeigen und mit geschlossenen Augen im Regen stehen.

Ich mag Spuren im Sand und in der Erde.

Mag Schneeflocken und den ersten Glühwein des Jahres. Mag Zusammenkommen im Kreis der Lieben.

Ich mag Altbau und Stuck an den Decken. Ich mag majestätische alte Holztüren, von denen seit Jahren die Farbe abblättert. Ich mag das Geräusch von knarzenden Holzdielen und Geschichten, die darunter liegen.

Ich mag am See auf dem alten Steg sitzen und die Füße ins Wasser halten.

Mag die Atmosphäre in Opernsäälen und Bühnen, auf denen Wunder stehen.

Ich mag Kaugummi, das nach Erdbeeren schmeckt und Küsse im Nacken, die Herzklopfen entfachen.

Mag das Gefühl, Seiten in alten Büchern umzublättern.

Mag Lieder, die mich zu Tränen rühren und Menschen, die durch Worte berühren.

Ich mag Fingerspitzengefühl und Phantasie. Ironie und Philosophie.

Ich mag so viele Dinge.

 

Von Büchern und Träumen.

Ich wäre gern ein Buch.

Aber nicht so ein klassischer Bestseller.

Viel lieber wäre ich gern unauffällig, stünde weit hinten in der letzten oberen Reihe

einer kleinen urigen Buchhandlung.

In gedämmtem Licht läge ich

zwischen Gedichtssammlungen und alten verstaubten Schätzen,

mein Einband nostalgisch.

Und wenn mir dann nach Träumen wär‘, flöge ich in deine Hände.

in vino veritas. oder lieber nicht.

Ziemlich weinig der Wein heute denke ich. Seit 67 Minuten. So lange schaue ich nämlich schon ins Glas. Zu tief ins Glas geguckt sage ich mir in Gedanken und schmunzele über meinen außerordentlich guten Witz. Witze kann ich. Denke ich. Und muss wieder lachen. Und ins Glas schauen. In vino veritas sagt man doch. Im Wein liegt die Wahrheit. Doch seit 67 Minuten NICHTS. Keine Antwort. Der Wein will nicht reden. Vielleicht stelle ich die falschen Fragen. Nochmal. Es steht vor mir. Direkt auf dem Tisch. Und starrt mich an. Es macht mich immer verlegen, wenn mich Gläser anstarren. Ich starre zurück. Wieder Nichts. Es kommt einfach keine Antwort. Keine Reaktion. Ich überlege. Ich überlege grundsätzlich ziemlich lange, wenn ich überlege. Zunächst überlege ich, warum es überhaupt überlegen heißt. Ich fühle mich überlegen. Welch’ Wortwitz! „Ich bin ein sehr humorvoller Mensch“ notiere ich mir schnell auf ein Post it. Grundsätzlich notiere ich alle Eigenschaften, die ich an mir entdecke, auf diese kleinen selbsthaftenden Zettel. Seitdem geben mir Klebezettel Sicherheit. Und Geborgenheit. Warum ich das mache, weiß ich nicht. Lies! Du musst den Wein lesen! flüstert es indessen kaum merklich aus Richtung Flasche. Ich befolge den Rat. Flaschen haben einen hohen Stellenwert in meinem Leben. Also beuge mich vorsichtig über das Weinglas und versuche, in der unendlichen Tiefe des Rotes etwas zu erkennen. Ich kann nichts lesen. Sicherlich hat sich meine Sehkraft verschlechtert. Schnell bestelle ich online eine überteuerte Lesebrille. Ich schätze meine Dioptrien auf -3,25. Werfe noch kurz einen Blick auf meine 6 x 6 m große Klebezettel-Fahndungswand und finde die entscheidende Notiz „Kann gut Raten“. Sende die Bestellung ab. Notiere mir „Kann gut Probleme lösen“ auf einen Post it und starre weiter auf das Glas.

Du musst den Wein trinken, um an die Wahrheit zu kommen höre ich meine innere Göttin eindringlich sprechen. 14 Gläser später. Meine innere Göttin hat nun ein Alkoholproblem. Und ich immer noch keine Antwort. >Google< denke ich mir und gebe ins Suchfeld „Der Wein spricht nicht“ ein. Das erste Suchergebnis, das ich erhalte, bringt mich zum weinen. „Der Wein spricht deutsch“ lese ich. Ich wusste es. Ich bin adoptiert. Gehöre gar nicht hier her. Spreche nicht mal eure Sprache. Falle in ein tiefes Loch. Und muss erstmal was trinken. Habe 2 Flaschen ausgetrunken. Es geht mir nicht gut. Betrunken in einem fremden Land, dessen Sprache ich nicht verstehe. Ich brauche anderen Wein. Wein, der meine Sprache spricht. Überlege, welche Sprache das sein kann und suche im Regal des gut sortierten Supermarkts nach „alkoholisch“. Kaufe alles leer. Bin jetzt pleite. Aber in guter Gesellschaft. Habe alle Flaschen geöffnet. Und dekantiert. 13 Stunden später höre ich den Wein. Er atmet. Ich lege mich auf den Boden, der jetzt ein roter See ist. Ich schließe die Augen. Es duftet nach Trauben. Nach Provence. Nach Lavendelfeldern. Drohe, zu ertrinken, weil der Pegel die 0,30 m erreicht und ich flach auf dem Rücken liege. Vielleicht muss ich tauchen, um die Wahrheit zu finden. Schaffe es, mich umzudrehen und paddele langsam los. Muss meine Nase zuhalten, damit nichts reinläuft. Nervig. Kann außerdem nichts sehen. Warum ist Wein eigentlich nicht klar? So wie das Meer? Ich gebe sofort wieder auf. Hat keinen Sinn. Hier werde ich nichts finden. Keine Wahrheit.

Enttäuscht schlafe ich ein. Zumindest habe ich das Gefühl, zu schlafen. Könnte aber auch ein anderer Zustand sein. Wer weiß das schon. Meine Träume sind rot. Tiefrot. Dunkel. Mitten in der Nacht wache ich ganz plötzlich auf. Geräusche. Hier. Ich höre die leeren Weinflaschen, die im See, der sich nun kniehoch in meiner Wohnung gebildet hat, schippern, leise flüstern…

„Merkwürdige Sitte, mit den Gläsern anzustoßen, was?“ sagt die eine Flasche
„Finde ich nicht. Im Wein liegt bekanntlich Wahrheit. Und mit der Wahrheit stößt man überall an…“ 

Von diesem Moment an höre ich auf. Werde den Wein nicht mehr belästigen. Höre auf mit den Fragen. Manchmal reicht das, was wir glauben. Woran wir glauben. Manchmal malen wir uns unsere eigene Wahrheit. Und manchmal ist es gar nicht nötig, so genau hinzusehen. Manchmal reicht es, einfach die Augen zu schließen.

In vino veritas. Lasst uns anstoßen. Prost.